Freitag, April 13, 2007

Von Zecken, Lobby-Geldern und Kubanern

New York City wimmelt von Ratten, trotzdem werden durchschnittlich nur 311 Bürger jährlich von ihnen gebissen. Andererseits werden jährlich etwa 1519 Einwohner New Yorks von anderen New Yorkern gebissen. Hierzulande kennt man solche Probleme nicht. In Österreich beißen zur Zeit nur die Zecken. Die feiern nach dem milden Winter wahre Hoch-Zeiten. Gegen FSME hilft nur die Impfung, gegen Borreliose hilft gar nichts, außer vielleicht ein frommes Gebet. Der FSME-Impfstoff kostet in der Apothekte um die € 10,--. Zecken springen übrigens nicht, wie Kamikaze-Guerrillas, von Bäumen, sondern lauern im hohem Gras. Wie man es, zum Beispiel, bei von EADS finanzierten Golftagen findet.

Dies erinnert dem Schreiberling daran, die Zeckenimpfung aufzufrischen. Obwohl er große Angst vor Spritzen hat. In der Wissenschaft nennt man das, also die Angst vor Spritzen, Trypanophobie. Sie gehört zu der Gruppe der irrationalen Ängste und es handelt sich dabei um eine spezielle Phobie. Ob es wohl auch Phobien dem Geld gegenüber gibt?

Wenn, dann leiden die im Eurofighter Deal involvierten Personen nicht darunter. So wurde angeblich, neben den Wolf´s und den Rumpolt´s, auch der frühere FPÖ-Kommunikationschef Lukasek mit EURO 28.500,-- bedacht. Wieder einmal war der Lobbyist Steininger der edle Spender. Für diese Summe könnte sich Herr Lukasek circa 2.850 Einheiten des FSME Impfstoffes in der Apotheke kaufen. Seine Famile, ach was Rede ich, die ganze Sippe wäre wohl die nächsten Jahrzehnte blendend gegen FSME geschützt. Da könnten die Zecken beißen wie sie wollen.

Aber auch die BAWAG beweist Biss. Zumindest wenn es sich um Kunden kubanischer Herkunft handelt. Denn die werden, nach der Übernahme durch Cerberus, nicht mehr als Kunden anerkannt. Begründet wird dies mit US-Recht, welches gewisse Sanktionen gegen Kubaner beinhaltet. Eine Laune des Schicksals, dass die ehemalige Bank der Genossen Menschen aus dem Land der Genossen, oder companèros, nicht mehr offen steht. Zumindest scheint die BAWAG, im Gegensatz zu anderen Zecken, das Geld von Kubanern nicht wirklich nötig zu haben. Dabei sagt man doch immer, dass Geld kein Mascherl hätte. Bei den Jungs und Mädels vom Raiffeisenkonzern wäre dies nicht passiert. Im internationalen Geschäftsbereich haben sie nicht einmal Skrupel davor, mit Europas letztem Diktator Geschäfte zu machen. Um den Dieb beim Namen zu nennen: Es handelt sich hierbei um Alexander Lukaschenko, seines Zeichens Diktator von Belarus (Weißrussland).

Und was die Steininger´s, die Rumpolt´s, die Wolf´s, der Lukasek´s, die BAWAG´s und die Raiffeisen´s dieser Welt mit Ratten und Zecken gemein haben? Nun ja, der Schreiberling wird sich hüten, darauf zu antworten. Denn es haben sich schon andere die Finger beim Schreiben verbrannt. Aber gegen Zecken, also die echten, kann man sich wenigstens impfen lassen. Oder zumindest gegen FSME. Also, meine verehrten Leserinnen, geehrten Leser und geneigten Sozialvoyeuristen: Bitte geht zur Zeckenimpfung, es ist wirklich besser für eure Gesundheit. Trypanophobie hin oder her...

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Kommentare:

weltbeobachterin hat gesagt…

das ist echt eine Diskriminierung!
Nur wegen der Herkunft!
Könnten wir auch machen!
In meinem Blog dürfen absofort keine Westgoten und spinnen mehr schreiben!
Vorurteile sterben nie aus!

Miguel de Cervantes hat gesagt…

na dann noch ein schönes leben... ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass ich zu einem fünfhundertstel westgote bin. Sieht man doch deutlich am Foto, oder? Ich bin mir sicher, dass neben den österreichischen und, ja, auch italienischen Wurzeln (Uromi war aus Italien ;) ), ein kleiner Westgote versteckt ist ;)

Ja echt skurril die ganze Story - so etwas dürfte eigentlich nicht passieren und ist mehr als peinlich für die neue BAWAG. Da wird es jetzt sicher beschwichtigungen und dementis geben - ein gutes licht lässt es aber nicht auf die bank samt eigentümer werfen. Ist eine eigenartige Anwendung eines US-Gesetzes in Österreich.

Neee, Vorurteile sterben echt nicht aus. Sind wohl so alt, wie die Menschheit selbst. Traurig aber Realität. Aber so ganz ist man ja auch selbst nie davor gefeit. Wir sind ja alle keine Übermenschen. Aber man sollte zumindest versuchen, die Vorurteile wenigstens kritisch zu hinterfragen.

saludos

weltbeobachterin hat gesagt…

oh das mit den Westgoten war nur ein Scherz!
ich spiele da an "Das Leben ist schön an!"

Miguel de Cervantes hat gesagt…

ahhhhh... jetzt versteh ich... tut mir leid... ich steh für eine solche Art von Humor leider oftmals zu sehr auf der Leitung - ich hätts von alleine erst in, na sagen wir mal, 5 1/4 Jahren kapiert ;

nice weekend, saludos